R.O. - Berichte und Rezensionen

Rezensionen

"Ihr kennt das ja. Wenn irgendeine Furzband aus Fascholand Nr. 1 (nein, nicht Nordkorea, weil dort stehen sie mehr auf HipHop, und hier geht‘s um guten alten Punk) sich auflöst, wird da auf Teufelkommraus weiterverfolgt, was der Bassist oder Aushilfssänger gerade für Projektlein am Laufen haben. Wir machen das jetzt mal umgekehrt und gucken noch Aarau und beschäftigen uns mit Männern, die in der SchweizerMusiklandschaft immer sehr unterbewertet waren.

Um 1984 herum waren Miscast sehr wahrscheinlich etwas vom härtesten in Europa. Durchaus mit jeder Amihardcoreband jener Tage zu messen und live, zumindest für mich, eine Offenbarung... das war also möglich. Leider lösten sie sich viel zu früh auf, und Didi, der Bassist von Miscast, gründete mit vier weiteren Leuten Jaywalker. Und zack... schon wieder Neue Liga und gleichzeitig Meister. Anstrengender, psychotischer, wunderschöner Krach, den aber niemand zu schätzen wusste, weil mittlerweile (wir schreiben 1988) doch alle lieber Geprügel hatten und sich gleichzeitig komische Kreuzchen auf die Hände malen mussten.
Zwei LPs gibt es von Jaywalker; dann war Schluss.

Ab 1993 spielte Didi dann mit zwei weiteren als RELIGIOUS OVERDOSE zusammen. Wie früher schon tourten sie wie die Blöden: Fast der ganze Osten, unter anderem auch Slowenien und Kroatien, wurde schon bespielt. Eine CD liegt vor und diverse Tapes... Religious Overdose zu beschreiben ist überflüssig. Wer nur ein bisschen Punkspirit hat, soll sich das angucken, weil absolute Pflicht... auch Leute, die Forehead zu schätzen wussten, sind sehr, sehr willkommen."

„In Zeiten, in denen die Isolation nur durch allabendliches Leeren des Haushaltkomposts auf den gesammelten des Hauses oder beim Gelegenheitsplausch am betriebseigenen Koffeeautomaten zu durchbrechen ist, bleiben Ungereimtheiten. Wird unser Denken letztendlich darin erschöpft, dass unsere Hirnwindungen sich mit Begriffen wie Abmessgeschwindigkeit oder etwa Kraniologie herumschlagen?“

Es war die Zeit, in der alle die durchsichtigen Tüten eines Schöneberger Vinylhändlers mit möglichst viel Inhalt zu füllen versuchten, und dann gab es noch diese Band von drüben, die Glenn Branca, Madonna und Stephen King nicht auf einen Punkt, aber mit sich selber in Verbindung brachten. Religious Overdose klingen, als ob Sonic Youth nie passiert wären, und sie schleudern intensiver als Waschmaschinen.

Ein Abend voller Schönheit, Wahrheit und Gitarren.

They almost made me thinking that they were the new Rush after listening to the first songs on this CD. By the last song however, they sound more like a Dinosaur JR/ Pavement hybrid.
Nice change to hear such a well recorded performance that bristles with purpose ant intent. It is dramatic and theatrical. It ist raw and heavy. And then it is beautifully soft, open and wide in places. Hey, I just heard a bit of King Crimson in there! With Lou Reed on vocals! Ok, ok, I give up. all I know is, that it is good. Very good!