Musikalisch sind JAYWALKER nicht einzuordnen. Definitiv nicht. Fest steht: sie sind verdammt powerful. Ansonsten gehen Vergleiche von "zwischen frühen Swell Maps und Butthole Surfers" über "Mischung aus Sonic Youth und Crass" zu "wie Gore und Ex gleichzeitig". Und was kann man letztlich erwarten von Leuten, die selbst viel Musik hören, als dass sie davon beeinflusst werden und diese Einflüsse verarbeiten? Wenn Du ein Instrument spielen würdest, klingst Du früher oder später wie die und der (???). Denn dein Klang ist deine Wirkung, nicht deine Eigenschaft.
Und da "scenes" funktionieren wie elitäre Clubs, die sich durch Ignoranz und Intoleranz voneinander abgrenzen, steht eine Untergrund-Band wie JAYWALKER, die nicht in die Hardcore-Schublade passt und für eine Indie-Band zuwenig Hippes zu bieten hat, ähnlich verloren zwischen den Fraktionen wie z.B. einige Anarcho-Folk oder -pop-Bands (Fhorsten, das hat sich heute ja mit Chumbawamba ziemlich geändert, oder?!). Von den vielen Industrial/ Noise-Sachen (wie steht es nun mit Tekkno, oder gar Einstürzende Neubauten?) ganz zu schweigen. Die Strukturen der Jaywalker-Ssongs sind kraftvoll, aggressiv, rockig - die Gitarre verlässt dieses Muster aber öfters zu kurzen feedback- krach-breaks, ähnlich wie bei Gore in ihrer Anfangszeit, und treibt ansonsten die Höhrerinnen mit ständigen licks (lift & kick) an die Wand. Dazu dann ein gebrüllkotzter Gesang.
This is a great Swiss band with a real heavy sound and slowish songs but with no metal damage. A live recording of good quality and good angry political lyrics. Reminds me of the AMEBIX. Impressive!
Anyone interested in hearing some great music from Europe (!) should check out the new demo by Swiss band Jaywalker. Slightly reminiscent in places of the Scratch Acid/ Birthday Party/ School of Total Devastation. Whilst their tape consists some great songs, on stage Jaywalker are much more elaborate. They perform longer, instrumental pieces, and incorporate various backing tapes, whilst more recently they have also been experimenting with "ring- modulation" effects, as first developed by Stockhausen several decades ago, but rarely used these days. The band have also begun to incorporate more visuals into their shows, such as at a recent gig, when they plaied in front of the 1924 film, "The Stroke" by SERGEJ EISENSTEIN.
Wow! Jaywalker pustet einem glatt das Hirn aus dem Kopf. Eine geballte Powerladung fräst sich durch die Himhaut - 8mal in C-40 Form. Beiffi Hören des tapes drängen sich mir immer wieder Black Flag auf. So in der Art von "Scream" oder "Damaged" kreischen die Gitarren, addiert zu einem aggressiven Gesang, der besser dazu nicht passen könnte. Während songs wie "Homo Sap" oder "Big Depression" noch recht melodischen Hardcore abgeben, ist beispielsweise "Aural Exciter" schon ziemlich abgedreht, fast experimentell, psychedelisch. Durch die Tatsache, dass alles live aufgenommen ist, klingt es noch dreckiger, kaputter, ursprünglicher.
Auch textlich geben sich Jaywalker kompromisslos: "Eat My Shit"- eine derbe Anklage an die Zustände in der 3. Welt, sowie andere Texte, die deutlich zu Themen der Gesellschaft Stellung nehmen. Die Aufnahmen sind übrigens an vier verschiedenen Orten gemacht worden, daher ist die Qualität unterschiedlich. Zwei Songs kommen nicht ganz so gut rüber - die anderen sechs dafür um so besser. Ich hoffe von der Band in Zukunft noch einiges mehr zu hören. Mit dieser Energie können Jaywalker auf jedenfall mit einigen etablierten Bands mithalten. We want more...
"Free energy through unconnected coils like Tesla & Reich generators" heisst die erste, selbst produzierte LP des schweizer Trios Jaywalker, auf der sie 30 Minuten lang virtuosen Noise präsentieren. Die Gitarre erinnert stellenweise an Caspar Brötzmann, die Drums sorgen immer wieder für Rhythmuswechsel, und Bass, Voice und stellenweise auch Ringmodulationen und Tapeienspielungen tragen ebenfalls ihren Teil zu dem aggressiven, kraftvollen sound bei. Anarcho-Syndikalismus, unsere Zivilisation, die Ausgeburten des Kapitalismus und des Faschismus' sind die Themen ihrer neun Songs (davon drei übrigens instrumental), deren Texte beiliegen. Harte, aber wahre Musik, fernab von Trends und Klischees, mit der es Jaywalker weder sich noch den Zuhörern leicht machen. Wertvoll. Play loud.
Das Konzept Jaywalker scheint mir nicht so leicht zu verstehen ... ; vielleicht ist es als eine Art Gesamtkunstwerk gedacht, in dem sicherlich die Musik den entscheidenden Anteil innehat. Aber auch das Plattencover von Gitarrist Dee Dee gemalt, ist schon einzigartig gut. Gekoppelt ist dies alles mit einem mir recht mystisch erscheinendem Elektrizitäts- Phantasmus.
Wenn das nicht nur unverstanden aufgelegt ist, sondem wirklich verstanden, dann spielen hier drei Physiker (?) zusammen. Und spielen tun sie dann auch, als wären sie permanent an zwei Gleichstrompole angeschlossen.
Die Platte erhält eine dermassen kompakte Spannung, Energie, das geht einem direkt auf den Kreislauf, macht einen ganz kribbelig. Die Musik erinnert zunächst an The Ex, nur legt die Band mehr Wert auf die Musik, scheint mir. Es gibt viel längere Instrumental-Passagen, die von einer dermassen Komplexität sind - die Band ist ein Trio - das ist irre! Herausgekommen ist ein brodelndes, elektrisierendes, bedrohliches und nervtötendes Stück Vinyl.
La jeunesse ne rêve plus que des cauchemars! JAYWALKER décompose la souffrance. Des constats, des échecs, des illusions perdues. Zürich et son "White Noise". Noir! Trash experimental/ Hard Core Industriel. Début en 1987, premier album en 1989, tout aussi psychiquement torture: "Free energy through unconnected coils ......
Amertumes: coupures (de courant) et décharges (d' électricité). Compares à Gore (pour la recherche) , à Black Flag de la dernière période (pour les effets d'instrumentation jazzy). Deux doigts d'Einstürzende Neubauten pour le combat sonore! "Told them my dreams..." épure et blesse, influence Sonic Youth présente. Coeurs durs, souffrez. Frémir! La société moderne n'a que des inconvénients?
Douleurs, le récit est tendu. La science fiction rejoint notre réalité. Le monde va mal! Souffrir.
Da könnte man es sich ja wieder leicht machen und daher schreiben, dass das die schweizerischen Gore sind... und voll ins Kraut schiessen, denn hier wird doch erheblich aufs Tempo gedrückt.
Also eher das eidgenössische Pendant zu den holländischen God? Schon besser, doch wohin mit den "special effects" und dem Gesang? Dennoch - es stimmt beides ein wenig, denn hier operiert der gleiche Geist, der Gitarren zu bösen Waffen werden lässt, der Hardcore und Punk bis auf die Knochen abnagt, bis das sehnige Gerüst sich im Veitstanz krümmt.
Mit der Musik ist es wie mit der Medizin - sie muss bitter schmecken, sonst nützt sie nichts. Zumindest hier, wo sich Rhythmen brechen und winden und die Gitarre tonnenschwere Riff-Eisenträger bewegt. Da sind ganze Ohren gefragt! Härteplatte - Klasse Platte.
Following a deceptive opening passage of industrial, wave-like whooshing and ring modulation effects, this debut LP from a Swiss power (in the most virulent sense of the word) trio launches an attack on the senses on par with any speedmetal release currently in the bins. For reference points, try the jackhammer noise of Gore crossed with the jazzier instrumental excursions of latterday Black Flag (and maybe even some Neubauten thrown in for good measure). Still, this is no mere aping of influences, for Jaywalker comes across as earnest rock soldiers weaned on hardcore and Metal but striving to push beyond any genre limitations. Vocals are kept to a minimum, the snarled lyrics' antiideological fragments condemning “a civilisation paralyzed of own contradiction" as the east and west blabber about vacant, meaningless symbols.
It is up to the music then to carry the weight of what is a very heavy slab of vinyl indeed. Through various lengthy instrumental passages the band quite effectly manages to conjure the erosion pf society. An album that does not let up.
Zerfallene Traumstrukturen. Gitarrenfragmente in einer meist resignativen bis depro- aggressiven Atmosphäre, die Sonic Youth's frühere Werke zerschmelzen, vereinnahmen und mit eigener facettenreicher Soundasche verbinden. Und neben dieser musikalischen Expression versuchen die Schweizer Jaywalker gegen die mittlerweile merchandisierte Form des Indietums anzukämpfen. Realistisch schätzen sie sich dabei selbst ein, um nicht politisch puren Pragmatismus vorgeworfen zu bekommen. "Gott schickt das Fleisch und der Teufel brät es": Killing Time, einer der herausragenden Songs, der zwischen Aufschrei und verhaltenem Desperadotum schwebt. äusserst bedrohliches, zerbrechlich bis hin zur Atonalität gehendes Werk, das den eher Gore-mässigen, schlechtproduzierten Erstling der Band vergessen lässt.
